Allgemeine Anmerkungen zu den Apidae

Anmerkungen

Aus Deutschland sind derzeit 574 Arten der Apidae nachgewiesen. Diese Zahl kann sich noch ändern, da die Literatur der letzten Jahre noch nicht vollständig ausgewertet wurde. Zudem werden demnächst weitere Neunachweise veröffentlicht, z.B. Xylocopa valga und Andrena sustera.

Verschiedene Autoren gehen von weniger Arten aus, da sie nahe verwandte Artenpaare nicht anerkennen. Diese Fälle werden an anderer Stelle diskutiert.

Das Grundlagenwerk über die Lebensweise und Verbreitung der (ehemals westdeutschen) Wildbienenarten ist nach wie vor Westrich (1989). Die erste und zweite Auflage ist vergriffen, eine dritte Auflage ist in Vorbereitung. Ein Werk, welches alle deutschen Arten ökologisch umfassend bearbeitet, steht bisher aus.

Die Wildbienen sind als Indikatorgruppe in der Naturschutzplanung sehr beliebt, da sie eine sehr plastische Lebensweise besitzen und von vielen leicht identifizierbaren Ressourcen in ihren Habitaten abhängen.

Der Erfassungsstand der Wildbienen in Deutschland ist als sehr gut einzuschätzen. Neue Arten sind nur noch in Ausnahmefällen zu erwarten, insbesondere durch Zuwanderung südlicher oder östlicher Arten.

Allerdings sind bei den Apidae noch relativ viele Artengruppen taxonomisch nicht befriedigend gelöst. Aus der Gruppe der bisher nicht erkannten Zwillingsarten. ist in den nächsten Jahren mit weiteren Arten zu rechnen, insbesondere bei den Gattungen Andrena und Nomada.

Die Determination der deutschen Bienenarten ist nicht immer einfach. Manche Gattungen mit guten plastischen Merkmalen wie Osmia, Anthidium u.a. können auch von Anfängern relativ leicht erkannt werden können. Etwa ein Drittel bis ein Viertel aller Arten kann bei guter Einarbeitung im Gelände erkannt werden.

Viele Arten der Gattung Andrena, Lasioglossum oder Halictus (und andere) hingegen stellen hohe Ansprüche an die Kenntnisse des jeweiligen Bearbeiters, ihre Bestimmung ist im Vergleich zu anderen Familien der Aculeata mit einem hohen Schwierigkeitsgrad verbunden. In vielen Fällen ist man selbst als Spezialist auf eine zuverlässige Vergleichssammlung angewiesen, um seine Ergebnisse abzusichern.

Literatur

 

  • Westrich, P. (1989): Die Wildbienen Baden-Württembergs. Ulmer Verlag. Stuttgart.